Portugal als Hot Spot für die Fair Fashion-Produktion

Laut Greenpeace kaufen wir durchschnittlich 60 Kleidungsstücke im Jahr. Von den rund 80 Milliarden Kleidungsstücken, die pro Jahr weltweit produziert werden, werden lediglich 2% unter fairen Bedingungen gefertigt.

Ganz schön verrückte Zahlen, findest du nicht auch? Leider hört es damit nicht auf. Denn in der Textilindustrie werden Arbeiter:innen häufig ausgebeutet. So richtig die Augen geöffnet hat uns da die Dokumentation „The True Cost“, die wir dir sehr empfehlen können. Was hingegen meist nicht so bekannt ist: die Ausbeutung begrenzt sich nicht auf asiatische Länder, auch in vielen europäischen Ländern herrschen für Arbeiter:innen oft unglaublich schlechte Arbeitsbedingungen. Beispielsweise ist es in Rumänien oder der Ukraine kaum möglich, mit dem gezahlten Lohn die Lebenshaltungskosten zu decken.

Mode sollte aus sozialer sowie ökologischer Sicht nachhaltig sein

Du siehst, das Thema Nachhaltigkeit ist in der Textilindustrie unglaublich wichtig. Bei fairer Mode sollte also bedacht werden, dass diese sowohl aus sozialer als auch aus ökologischer Sicht nachhaltig sein muss.

Glücklicherweise findet das Thema großen Anklang, das Bewusstsein und Interesse für faire und nachhaltige Kleidung nimmt laufend zu. Das sieht man an zunehmend neuen Fair Fashion Labels genauso wie an den vermeintlich grünen und nachhaltigen Kollektionen großer Modeketten, die merken, dass Nachhaltigkeit eine effektive Marketingstrategie ist (leider wird die Transparenz hier meist vernachlässigt, aber das ist ein anderes Thema).

Zurück also zu fairen Modelabels. Viele von ihnen haben gemeinsam, dass sie in Europa produzieren lassen, meist in Portugal. Eine faire und – zumindest weitestgehend – regionale Produktion scheint also möglich zu sein.

Wieso Portugal dafür so beliebt ist und wieso wir es dir als möglichen Produktionsstandort empfehlen würden, erfährst du im Folgenden.

 

Was Portugal zu einem fairen Produktionsstandort macht

Einer der Hauptgründe, aus denen Portugal so häufig als Produktionsort gewählt wird, ist, dass hier eine langjährige Erfahrung in der Produktion fairer Kleidung vorhanden ist. Die benötigte Infrastruktur dafür ist bereits da und viele Produktionsstätten sind zertifiziert, sowohl bei Produktions- wie auch sozialen Standards.

Das Know-how vor Ort hört bei der eigentlichen Produktion nicht auf, sondern schließt auch Bereiche wie Spinnerei, Weberei und Stoff-Recycling mit ein. So können viele Produktionsschritte mit nur kleinen Transportwegen verbunden werden.

Außerdem ist Portugal so nahe, dass du nicht erst um die halbe Welt reisen musst, um die Produktionsstätten zu besuchen. So ist es leichter, dir auch ein persönliches Bild von der Produktion zu machen, welches du auch in deine Markenkommunikation einfließen lassen kannst.

Faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette

Wenn du eine Marke mit fairen Produkten aufbauen möchtest und diese produzieren lässt, ist es bei der Entscheidung für die Produktion unglaublich wichtig, auf die Arbeitsbedingungen vor Ort zu achten – und dabei ist es zunächst auch völlig egal, um welches Produkt in welchem Bereich es geht. Wenn du faire Produkte verkaufen möchtest, müssen auch die Arbeiter:innen, die diese fertigen, unter fairen Arbeitsbedingungen arbeiten können. Das fängt bei humanen Arbeitszeiten mit Pausen an, geht über bezahlten Urlaub und hört natürlich bei einer fairen Entlohnung nicht auf.

Und genau hier wird es schwer, denn eine faire Entlohnung findet sich in der Textilindustrie nur selten. Fast überall auf der Welt wird hier nur der Mindestlohn oder sogar noch weniger bezahlt. Das kann in Ländern, in denen es ohnehin einen geringeren Lebensstandard gibt dazu führen, dass Textilarbeiter:innen gefährdet sind, in extremer Armut zu leben.

In Portugal ist es beispielsweise meist üblich, dass 7-8 Stunden pro Tag gearbeitet werden und es feste Pausenzeiten während dem Arbeitstag gibt. Außerdem gibt es hier einen höheren Lebensstandard, damit auch einen höheren Mindestlohn und die Löhne werden üblicherweise auch 14 Mal pro Jahr gezahlt. Auch liegt der Lohn für Textilarbeiter:innen hier häufig über dem vorgeschriebenen Mindestlohn.

Das alles macht Portugal zu einem tollen Produktionsort für faire und nachhaltige Kleidung und ermöglicht es, Kleidung von höchster Qualität zu produzieren, die für deine Kund:innen dennoch zu einem fairen Preis angeboten werden kann.

Falls du noch mehr zum Thema erfahren möchtest, kannst du hier weitere Informationen bekommen:

Greenpeace 

Buygoodstuff 

Dariadéh 

Dokumentation:  

The True Cost 

Buch:  

Fashion Changers: Wie wir mit fairer Mode die Welt verändern können – Jana Braumüller, Vreni Jäckle, Nina Lorenzen 

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