Wie vegane Konsument:innen den Markt bestimmen

Ein Satz, der uns in den letzten Jahren immer mal wieder untergekommen ist, war: „Jeder Kassenbon ist auch ein Stimmzettel“. Und eigentlich ist das ja auch recht logisch. Bei jeder Kaufentscheidung bestimmen wir mit, zu welchen Unternehmen unser Geld fließt und damit auch, ob wir beispielsweise faire Arbeitsverhältnisse fördern, Ressourcen schützen – oder eben nicht.

Uns fällt es dabei immer schwer zu glauben, dass unsere einzelne Kaufentscheidung wirklich etwas ausmachen kann. Aber wie bei so vielen Dingen werden auch hier viele einzelne Tropfen zum Ozean. Gerade in den letzten Jahren hat sich gezeigt, welche mächtigen Wellen dieser Ozean im Bereich der veganen Produkte schlagen kann.

Um dir die Macht, die wir mit unseren Kaufentscheidungen haben, nochmal etwas zu verdeutlichen, stellen wir heute drei Fälle vor, die ganz klar gezeigt haben, dass Konsument:innen über den Markt entscheiden.

Dabei ist es uns wichtig, dass wir keine Werbung für genannte Marken oder Unternehmen machen möchten, sondern vielmehr verdeutlichen wollen, welche Hebel durch eindeutige Impulse seitens der Kund:innen auch bei großen Unternehmen in Bewegung setzen können.

1. Doppelt so viele vegane Eissorten wie vor fünf Jahren

Forschungsergebnisse der Mintel Global New Product Database (GNPD) zeigen, dass der Anteil von veganen Speiseeissorten bei den Markteinführungen weltweit zunimmt. Inzwischen liegt der Anteil veganer Eissorten bei allen Neueinführungen bei 7%, vor fünf Jahren lag er noch bei 3%. Laut GNPD nimmt das Interesse an veganen Eissorten auch deswegen zu, weil immer mehr besondere und spezielle Geschmacksrichtungen auf pflanzlicher Basis gibt, die man so auch von Marken mit nicht-veganem Angebot kennt.

Ein Trend, der auch hier Anklang findet, ist die Haferbasis: GNPD geht davon aus, dass Hafer auch vermehrt als Basis in pflanzlichen Eissorten vorkommen wird.

Hättest du übrigens gedacht, dass Japan Spitzenreiter in Sachen vegane Eiscreme-Innovation ist? Hier gibt es die meisten Eiscreme-Neueinführungen, und von Sojabohnen über Matcha und Meeresalgen als Zutaten kann man das Wort Innovation hier wohl wirklich großschreiben.

2. Mehr Umsatz mit Veggie-Alternativen als mit klassischen Wurst Produkten

Wenn du dich bei den vegetarischen und veganen Fleischalternativen im Kühlregal schon mal genauer umgeschaut hast, weißt du sicherlich, wie groß die Auswahl hier inzwischen ist. Besonders von der Rügenwalder Mühle finden sich hier viele Produkte – und das, wo das Unternehmen doch eigentlich durch ihre große Auswahl an klassischen Wurstprodukten bekannt ist.

Im Sommer dieses Jahres hat das Unternehmen hier eine spannende Meldung herausgegeben: Erstmals in der Unternehmensgeschichte haben sie mehr Umsatz mit den vegetarischen Alternativen, als mit der klassischen Wurst. Und das, obwohl es das vegetarische Angebot erst seit 2014 hat, während das Unternehmen Rügendwalder Mühle selbst hingegen bereits seit 186 Jahren existiert.

Laut dem Handelsblatt ist die Nachfrage für die vegetarischen Alternativen sogar so stark gestiegen, dass die Rügenwalder Mühle an die Kapazitätsgrenze kam und den Bereich daher weiter ausbauen wird. Und auch hier orientiert sich das Unternehmen an der Nachfrage seitens Konsument:innen: So werden die teilweise noch vegetarischen Produkte nach und nach durch ein komplett veganes Angebot ersetzt, es wird eigenes Soja in Deutschland angebaut und mit Rohstoffen wie etwa Lupine als Basis experimentiert.

3. Umdenken in Discountern

Auch an den beiden größten deutschen Discountern geht der Trend in Richtung vegane Produkte nicht vorbei.

Bei Aldi Süd gibt es seit diesem Herbst das Konzept der veganen Kopfgondel, sprich eines Sonderregals, welches das Finden pflanzlicher Produkte erleichtern solle. So können Kund:innen auf einen Blick einen Auszug aus dem veganen Angebot bekommen.

Um eine größere Auswahl an pflanzlichen Alternativen zu bieten, findet man bei Aldi neben einer veganen Eigenmarke teilweise auch Produkte von Veganz, Vantastic Foods oder Lycka. Im Sortiment gibt es derzeit um die 300 eindeutig als vegan gekennzeichnete Produkte, viele davon auch in Bio-Qualität.

Bei Lidl gibt es ebenfalls einige vegane Produkte, von denen viele zusätzlich auch das Bioland-Siegel tragen. Der Discounter gleicht bei den Produkten außerdem Emissionen aus, welche bei der Herstellung und durch die Transportwege entstehen. Bei Bioland-Artikeln, welche aufgrund einer ressourcenschonenden Produktion bereits eine bessere CO2-Bilanz aufweisen, sollen unvermeidbare Emissionen die bei der Verarbeitung und durch Logistik entstehen, zustätzlich ausgeglichen werden.

Für den Emissionsausgleich unterstütz Lidl zertifizierte Klimaschutzprojekte. Um Kund:innen bei einer bewussten Kaufentscheidung zu unterstützen, werden klimaneutrale Produkte mit dem eigenen Logo “Lidl Klima Offensive” ausgezeichnet.

Bei so viel Veränderungen lässt es sich kaum abstreiten, dass wir als Konsument:innen klar entscheiden, welches Angebot wir bekommen. Wir hoffen, dass es weiterhin ganz viele Entwicklungen in diese Richtung gibt und sich das vegane Angebot weiterhin vergrößert.

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2 Kommentare zu „Wie vegane Konsument:innen den Markt bestimmen“

  1. Super Blogartikel! Wir sind ja in Berlin super versorgt mit großen Discountern. Im ländlichen Raum ist es immer noch schwierig. Wenn ich meine Heimat besuche (den Harz), dann muss ich „Ersatz-Produkte“ oft mitnehmen, da man einfach noch nicht viel im ländlichen Raum bekommt. Aber da wird sich das sicher auch noch wandeln! Lg Eric von ads-on.de

    1. Anna-Lisa Sutter

      Lieber Eric, danke für deinen Kommentar! Und da hast du natürlich Recht, im ländlichen Bereich darf sich da auch noch mehr tun. In Großstädten ist da die Nachfrage bestimmt auch nochmal deutlich höher, was ja beispielsweise auch die Dichte an veganen Restaurants und Cafés zeigt, die gibt es im ländlicheren Raum ja auch leider (noch) nicht so häufig.

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