Textilsiegel Unterschied

Die wichtigsten Textilsiegel und worauf du achten solltest

In unserem Artikel zur Klimaneutralität sowie Klimapositivität haben wir bereits angedeutet, dass es bei der unglaublich großen Auswahl an Siegeln schwer ist, noch einen Überblick zu behalten.  

Daher wird es auf unserem Blog ab jetzt eine Reihe geben, in der wir dir unterschiedliche Siegel aus verschiedenen Bereichen vorstellen. Den Anfang machen die Textilsiegel. Welches Siegel was aussagt, wieso du dabei immer kritisch hinterfragen solltest und was dir dabei helfen kann, etwas Klarheit in den Siegel-Dschungel zu bringen, erfährst du im folgenden Artikel.  

Textilsiegel

Wieso sind Textilsiegel wichtig?

Normalerweise bekommt man in den eingenähten Etiketten von Kleidung nur wenige Informationen. Etwa aus welchen Fasern sie hergestellt ist, Pflegehinweise und das Produktionsland können wir hier erfahren.  

Was unter anderem jedoch unbekannt bleibt: Ob die Kleidung unter sozial fairen Bedingungen produziert wurde, mit welchen Chemikalien es im Herstellungsprozess in Berührung kam oder ob es recycelt werden kann.  

Hier setzen Textilsiegel an, um uns eine bewusste und gut Entscheidung zu erleichtern. 

Die große Bandbreite an Textilsiegeln

Wie schon in der Einleitung geschrieben, gibt es jedoch so viele Textilsiegel, dass man eigentlich kaum den Überblick behalten kann. Bei welchem Siegel ist die Produktion der Textilien umweltschonend, bei welchem kommt die Kleidung auch wirklich ohne Giftstoffe aus?  

Viele Unternehmen veröffentlichen außerdem auch eigene Siegel. Wenn also große Modekonzerne einzelne ihrer Kollektionen als nachhaltig, conscious, oder Ähnliches bezeichnen und dazu ein unternehmensinternes Siegel nehmen, lohnt es sich, genau hinzuschauen. Entwickelt ein Unternehmen ein Siegel selbst, auditiert es dieses Siegel auch selbst. Ob bei einem internen Audit wirklich die für faire Mode benötigte Transparenz gewährleistet werden kann, lassen wir an dieser Stelle einfach mal dahingestellt.  

Was faire Mode so wichtigmacht und wieso es hier nicht ausreicht, wenn sie vegan ist, erfährst du in diesem Artikel.   

Die bekanntesten Textilsiegel 

GOTS: Der Global Organic Textile Standard ist das derzeit wohl bekannteste Textilsiegel für Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Wolle. Um eine GOTS-Zertifizierung zu erhalten, muss ein mindestens 95-prozentiger Anteil an Naturfasern bestehen, darum müssen wiederum 70 Prozent aus zertifiziertem biologischem Anbau stammen. Es dürfen bis zu 30 Prozent Recyclingfasern beigemischt werden. GOTS kontrolliert den Herstellungsbetrieb entlang der Wertschöpfungskette. Somit wird die gesamte textile Lieferkette zertifiziert, auch nach den sozialen Kriterien der International Labour Organisation (ILO).   

IVN Best: Das Siegel vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft ist das ökologisch strengste Siegel. Zertifiziert werden lediglich Fasern, die zu 100 Prozent aus kontrolliert biologischem Anbau stammen und (mit Ausnahme von Nähgarn) keine Chemiefasern enthalten. Synthetikfasern werden von diesem Siegel ausgeschlossen, da sie zum einen viel Energie verbrauchen und aus nicht erneuerbaren Rohstoffen gewonnen werden. Die häufig vorkommenden Mischfasern aus natürlichen und chemischen Fasern werden nicht IVN-zertifiziert.  

Standard 100 by OEKO-TEX®: Prüft an Musterproben alle Zutaten des textilen Produkts auf Rückstände von Schadstoffen. Neben gesetzlich verbotenen Schadstoffen dürfen auch keine Rückstände von gesundheitsbedenklichen, aber dennoch zugelassenen Chemikalien gefunden werden. Zusätzlich gibt es auch das OEKO-TEX® Siegel “Made in green”, welches die gesamte Lieferkette auf Schadstoffe untersucht.  

Bluedesign: Schließt keine Faserart aus, jede Art von Textilproduktion kann hier zertifiziert werden. Das Chemikalienmanagement von Natur-, aber auch Kunstfasern wird hierbei entlang der Produktionskette überprüft. Vor allem bei Sport- und Outdoorkleidung sowie Jeans kann dieses Siegel eine gute Hilfestellung geben. Bluedesign kontrolliert etwa den Einsatz von Chemikalien, Abwasserbehandlung und das Management von Luftschadstoffen in den Herstellungsbetrieben.  

Craddle-to-craddle: Hier steht der Kreislaufgedanke im Vordergrund. Im besten Fall soll nie ein Abfallprodukt entstehen. Geprüft wird die Verwendung umweltsicherer, wiederverwendbarer, gesundheitlich unbedenklicher Materialien, der Einsatz von erneuerbaren Energien, der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser sowie die Einhaltung von Sozialstandards. Craddletocraddle-Produkte gelten als besonders umweltsicher, gesundheitlich unbedenklich und eben auch kreislauffähig.  

Grüner Knopf: Das erste staatliche Textilsiegel. Es ist ein sogenanntes Meta-Siegel, das bestehende Siegel, die Unternehmen bereits vorlegen können, zusammenfasst. Beim Grünen Knopf erhält man jedoch keine Informationen über soziale und ökologische Standards in früheren Schritten der Produktionskette, da in der Einführungsphase des Siegels lediglich Färberei (Nassprozesse) und Näherei (Konfektionierung) überprüft werden. 

Wie du siehst, gibt es wirklich Unmengen an Siegeln, diese waren nur die bekanntesten und aussagekräftigsten. Der Erwerb eines Siegels kann immer auch eine Möglichkeit für große Unternehmen sein, sich ihr Gewissen etwas grüner zu kaufen, ohne sich weiterhin um eine wirkliche Verbesserung des Status quo kümmern zu müssen.  

Gerade Siegel, die ökologisch und sozial streng kontrollieren, können aber dennoch ein guter Anhaltspunkt für dich sein. Falls du dir mal nicht so sicher bist oder noch mehr zum Thema lesen und erfahren möchtest, können wir dir die Website Siegelklarheit sowie den Greenpeace-Check zu Textilsiegeln empfehlen.  

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